










|
|
Zwei bunte Fische, die mochten sich,
die Annegrät und der Bui-Toni.
Ein Fernseh-Abend: Sie kochten sich
einen Topf tanghaltiger Maccaroni.
Dann nahmen sie auf dem Sofa Platz,
dem lila Unterwasser-Chaiselongue.
Er legte die Flosse um seinen Schatz,
und bald ertönte der Tagesschau-Gong.
Hier eine gestrandete Walfischmutter,
dort etwas ödes Politik-Gedudel.
Gelangweilt tauchen in Seekuh-Butter
sie je eine grüne, gekochte Nudel.
Der Wetterbericht verspricht den beiden
ordentlich steigende Wasserstände.
Hochwasser können die beiden ja leiden:
Da ist die Welt nicht am Ufer zu Ende!
Viertel nach Acht beginnt der Thriller
mit einem Wels als Hauptkommissar.
Wie immer die Frage: Wer war der Killer?
Sie glaubt nicht, dass es die Sardelle war.
Ist wohl die fiese Muräne der Schurke,
oder der wuselnde Putzerfisch?
Ermordet sind Seestern, -pferdchen und -gurke,
der -igel stirbt auf dem Krankenhaustisch.
Der Krimi wird langsam immer wüster:
Die siebte Leiche treibt tot am Strand!
Annegräts Stimmung wird reichlich düster,
weil so sowas schon immer gruselig fand.
Auch Bui-Toni ist nicht sehr mutig,
und als da noch weitere Gräten splittern,
wird ihm das Alles entschieden zu blutig:
Jetzt hocken die Beiden da und zittern.
Der Böse zückt nun die Sprengstoffstange
und will den Wels zum Fischhimmel jagen.
Den beiden wird dermaßen Angst und Bange
dass sie dem Polster Abschied sagen.
Hinter dem Sofa fühlt man sich sicher,
schiebt nur den Kopf etwas über den Rand.
Und plötzlich ertönt ein lautes Gekicher
weil der Topf mit den Nudeln wacklig stand.
Schaut, Leute, dieses edle Hinterhuf
hat eine Null auf seinem Pedometer!
Nicht einen Schritt, seit man mich schuf:
Seit Jahren nicht, und auch nicht später!
Mein werter Herr im grauen Anzug,
könnten Sie mir denn eine Socke borgen?
Es heisst, der Nachtfrost ist im Anflug,
da macht mein nackter Fuß mir Sorgen.
Halt, junge Frau, warum so eilig?
Ich würde gerne gegen Ihre Nagelschere
dies Schwert eintauschen - es ist heilig!
Ob dies Geschäft wohl akzeptabel wäre?
Ach du, mein Junge in der blauen Hose,
schau her, da siehst du, wie's mir geht:
Der Knöchel schwillt! Ist wohl Arthrose -
das kriegt man, wenn man so im Regen steht.
Sie im Kostüm, Sie vorbildlich Adrette,
ich leide Schmerzen ach so bitter!
Greifen Sie bitte sofort zur Pinzette,
ziehn Sie ihn raus, den bösen Splitter!
Mein Herr, Sie tragen eine Plastikwanne!
Nur her damit! Und füllen Sie sie dann
mit heißem Wasser. Eine Zwanzigliterkanne,
damit ich endlich mal ein Fußbad nehmen kann!
Sie dort, Sie könnten etwas für mich tun,
Sie sehen aus wie ein gelernter Mediziner.
Er knickte knirschend um, der Fuß, und nun
brauch ich 'nen guten Knochenschiener!
Ihr Bälger, macht jetzt nicht die Schwalbe!
Ich geb' euch jedem fünfzig Cent,
wenn ihr für eine Tube Fußpilzsalbe
mal eben schnell zur Apotheke rennt!
Ach bitte, Sie da, in der blauen Jacke,
haben Sie ein Tempo-Taschentuch dabei?
Wie peinlich! Ich trat in die Hundekacke,
schaun Sie sich's an, die Sauerei!
Madame, nach Ihnen hab' ich mich gesehnt:
An diesem Zeh, da dürfen Sie mal lutschen!
Wenn Sie nicht wollen, das sei gleich erwähnt,
dann könn'se mir den Buckel runterrutschen.
---
Seit hundert Jahren stehe ich hier rum!
Was für ein Leben! Wieder senkt sich eine Nacht.
Gelangweilt bis zum Gehtnichtmehr - zu dumm!
Aber das Pöbeln hat mal wieder Spaß gemacht.
Und Sie? Ich seh' Sie hinterm Bildschirm lachen!
Schluss jetzt! Ich sage Ihnen kurz und barsch:
Wenn Sie nicht gleich den Abflug machen,
steckt dieser Fuß in Ihrem werten Arsch!
Was lenkt nur den Blick dieser beiden Gestalten
zum Himmel? Will die rechte die Hände falten?
Weihnachtszeit. Ich bin leicht irritiert...
Wurde da nicht einst Gottes Sohn geboren?
Oder hat Er dann bayrische Wurst erkoren,
damit diese die Welt zum Lichte führt?
Zurück zu den Beiden: Wohin also wenden
den Blick sie? Und was hält in Händen
die linke der beiden Krippenfiguren?
Lassen wir uns nicht vom Banalen verleiten -
keine Pommes, die da durch die Kehle gleiten!
Gleich wird das Rätsel dieses obskuren
Gegenstands eine Auflösung finden:
Um die Menschheit von all ihren Sünden
zu erlösen, schickte der Herr ein Zeichen.
Eine Bratwurstsemmel mit leuchtendem Schein
fand sich kürzlich am süddeutschen Himmel ein,
zieht ihre Bahn und strahlt ohne Gleichen.
Das also ist's, worauf die Augen ruhen.
Und die beiden Vermummten in Reiseschuhen
offenbar'n sich als drei Heilige Könige.
Richtig! Der Einwand ist durchaus berechtigt
(aber auch der wird gleich noch entkräftigt):
Um Drei zu sein, sind's etwas zu Wenige!
Überleg doch! Wer hat wohl das Foto gemacht?
Siehst du, da hast du nicht dran gedacht!
Natürlich sind sie zu dritt, die Beiden!
Bleibt die letzte Frage dann noch zu klären.
Was hält Caspar in Händen? Ich könnte schwören:
einen Stadtplan von München, um zu vermeiden,
dass man des leuchtenden Weisswurstkometen
Spur noch verliere. --- Nun lasset uns beten!
Über allen Gipfeln ist Ruh -
denkst DU!
Doch über den Wipfeln spüret man
(wie man hier unschwer erkennen kann)
einen Hauch,
oder höret auch
Gefauch.
Methylenblaue Katzen
schweigen kaum im Walde.
Sie wollen dich kratzen!
Warte nur, balde
schlagen sie zu:
Dann blutest auch du.
Ich grüss' euch herzlich, ihr beiden Grazien.
Ihr habt etwas an euch, das mich wirklich anzieht,
Köstlich, ja knusprig, wie ein Handvoll Pistazien!
Ihr habt nichts dagegen, wenn man euch ansieht?
Anziehend seid ihr ganz bestimmt, ihr Holden,
und gleichzeitig - wie man sieht - auch ausgezogen.
Bin's auch, aber nur, um an euch Blütendolden
das Schauen zu lernen. Alles Andre wäre gelogen.
Du, links, im Sonnenlicht stehend und mit Klarinette:
heisst sicher Gerlinde. Und du mit der Violine?
Obwohl ich da jetzt ganz bestimmt nicht drauf wette,
tippe ich einfach mal auf den Namen Hermine.
Jetzt, da ich euch nun schon etwas näher kenne,
will ich's verraten, wo der Schuh mich drückt:
Nicht euer Bildnis - ich bin sicher, da renne
ich offene Tür'n ein. Dieses Bild entzückt!
Nein, Hermine, was mich da ein klein wenig stört,
ich sag's einfach, auch wenn's dir nicht gefällt:
Hast du denn jemals schon was davon gehört,
wie überhaupt man die Geige beim Spielen hält?
Das ist zwischen Schulter und Kinn viel zu lose,
und der Ton wird bei dieser Haltung niemals rein!
Gerlinde, Liebe, du denkst auch nur an die Pose,
Spielst anmutig, aber bläst doch gar nicht hinein!
Eine Klarinette ist keinesfalls ein Dudelsack -
nur da kann man sich Pausen beim Blasen leisten.
Ihr Beiden habt für mich einen leichten Beigeschmack
von zwei Models, die auch mal Musiksäle bereisten.
Na also, es geht doch!
|
|